Supertesterbericht Pfaff Performance 5.0



Dieser Post steht im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier
Im Rahmen dieser Aktion wurde mir die o.g.Nähmaschine zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Es handelt sich somit um einen Werbepost, da ich Werbung für den nähPark und die vorgestellte Maschine mache. Der nähPark nimmt keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. 
Es handelt sich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Eindrücke im Umgang mit der Maschine. 

Auf die Performance habe ich mich gefreut, da ich ja vorher schon die Sensation hatte und die super genäht hat. Vor allem die Maxistiche hab ich in der Zwischenzeit vermisst.
Leider hat auch die Performance auf der Reise gelitten, aber der Nähpark hat sich um alles gekümmert.

Ich finde, sie braucht recht lang um hochzufahren. Länger als mein Laptop. Wer immer mal schnell eine Naht machen will, könnte sich dran stören.
Die Softtasten sind angenehm, das Display reagiert tadellos auf Fingertipp oder den Stylus.
In Anschiebetisch verbergen sich zwei Staufächer, das ist einfach praktisch.
Wie immer hab ich ohne einen Blick in die Anleitung losgelegt.
Spulen ging schon mal so, ich habe bereits auf Husqvarna und Pfaff genäht und alles ist sehr ähnlich.

Sie spult schnell und leise, per Pedal oder Tastendruck.

Hier möchte ich noch erwähnen, dass man bei Pfaff die Taste und das Pedal parallel nutzen kann, wie man grad Lust hat. Das Pedal muss nicht ausgesteckt werden. Man kann sogar mit Tastendruck losnähen und zum Stoppen einfach einmal aufs Pedal drücken, dann bleibt sie stehen. Die Geschwindigkeitsregelung beim Pedal finde ich allerdings etwas ruppig.

Beim Geradstich war die Naht wie erwartet gut. Nur auf ganz dünnen Stoffen musste ich nachstellen, Oberfadenspannung musste runter. Da habe ich wieder mal den Nähberater von Husqvarna vermisst, mit dem passiert es einfach viel seltener, dass man nachstellen muss.

Die Vernähfunktionen am Anfang und am Ende sind verschieden programmierbar, da ist für jeden was dabei. Es bilden sich weder am Anfang noch am Ende Knötchen, der Restfaden hat für mich die ideale Länge.

Die Pfaff wird ohne Teflonfuß ausgeliefert, den braucht sie aber auch nicht. Dank des IDT transportiert sie trotzdem gut. Für mich praktisch, denn dann kann ich auch mal andere Füßchen auf Kunstleder benutzen, wie zum Beispiel den RV-Fuß.
Sie näht bei Stufen von zwei auf vier Lagen Kunstleder ohne Probleme, auch nah am Rand.

Zwischendurch gab es mal Fadensalat.
Die knappen Nahtanfänge auf den RVs mochte sie nicht, der Transport war da nicht ideal. Am Ende der Naht gab es dann beim Abschneiden Probleme.
Hier kam mir dann der Begriff „Randtoleranztest“ in den Sinn, ich finde einfach, der triffts genau. Wie nah kann man am Rand gut nähen, am Anfang, am Ende und seitlich, ohne dass etwas passiert?
Das ist mir bei der Pfaff zu wenig, ohne Tricks näht sie nah am Rand gar nicht schön, zumindest nicht am Nahtanfang. Das ist gerade bei sichtbaren Nähten ein Problem. Da nützt der IDT auch nichts, der greift ja erst viel später.

Beheben geht aber ganz schnell, Nadelplatte abhebeln, Spulenkapsel raus, reinigen und alles wieder einbauen.

Die Performance erkennt auch, wenn die Geradstichplatte drin ist und sperrt die seitlichen Stiche. Praktisch für solche Schussel wie mich…

Einfädeln klappt super, egal welche Nadel drin ist und welches Garn. Sogar mit nicht heruntergelassenem Fuß. So steht es ja in der Anleitung, was ich aber erst mal wieder zu spät gelesen habe. Macht auch für mich keinen Sinn, denn bei heruntergelassenem Fuß steht der Oberfaden unter Spannung. 

Die Schlaufen sind mal groß, mal kleiner, je nach Garn. Wer hier mit den Fingern schwer hinkommt, kann auch den Stylus nehmen, der hat ja außen einen eigenen Platz an der Maschine.
Hier sieht man auch schön, dass man die Spule immer im Blick hat (solang kein Stoff drauf liegt). Nach der Bernina, die ja anders gebaut ist und der Singer (da hat man durch die Platte fast nichts erkannt) finde ich das mal wieder schön.
Die Performance hat einen Unterfadenwächter, aber ich weiß trotzdem vor dem Losnähen gern, wieviel noch drauf ist. Und welche Farbe. Das vergess ich nämlich gern, aber so weiß ich immer Bescheid und wunder mich nicht später, warum die Naht unten einen andere Farbe hat. Die Menge, die nach der Warnung drauf ist, ist sehr ausreichend, um fertig zu nähen. Das kenne ich auch so von meiner Topaz. Wenn man die Meldung nicht wegdrückt, kann man auch in Ruhe weiternähen.

Wie ich ja schon erwähnt habe, eine reine Nähmaschine muss für mich tolle Zierstiche und schöne Schriften haben. Die Pfaff hat zwar nur drei Schriften für mich (die vierte ist kyrillisch), aber die gefallen mir schon mal gut.

Die Bedienung ist auch sehr einfach, mal wieder ohne Blick in die Anleitung. Am besten finde ich aber, dass die Länge des Motivs angezeigt wird, das erleichtert die Positionierung doch enorm.

Die Outline-Schrift. Beim G musste ich nacharbeiten, weil ich etwas vorschnell war, da kann die Maschine aber nichts dafür.

Hier sieht man die Position auf dem Lätzchen. Bestickt sind sie mit der Topaz und einer eigenen Datei nach einer Plottervorlage. Genäht hab ich sie dann mit der Performance.
Dabei habe ich wieder den Randtoleranztest gemacht.
 



Fast hat sie den Stoff gefressen. Es ist ein schwieriger Stoff, aber mit meiner Topaz klappt das besser, ohne dass ich nachstellen muss.

Auf die Performance hab ich mich ja auch wegen der vielen Zierstiche gefreut. Aber da kann sie mich nicht so recht überzeugen. Obwohl sie ja ähnlich nähen soll wie die Sensation, bin ich grad bei den Maxistichen nicht zurechtgekommen.

Ich finde es zum einen extrem schwer, einen Maxistich mittig auf ein Band zu platzieren, weil sie alle anders angeordnet sind. Das wird zwar auf dem Display angezeigt, stimmt aber nicht immer so ganz. Rechts zum Beispiel hätte der Stich mittig beginnen sollen, war aber dann doch zu weit links.
Bei dem Spinnennetz hatte ich trotz Vlies ziemliche Probleme, gerade aus zu nähen. Ist bei den Maxistichen eh schwer, aber da hatte ich schon den Verdacht, dass die Maschine nach links zieht. Dazu später mehr, jetzt erst noch zur Oberfadenspannung.
Die ist mir zu fest. Auf dem Bild hab ich Sulky Glowy benutzt, da musste die Spannung um 70% runter.
Probleme hatte ich auch mit Madeira Metallic. Das habe ich mal zum Sticken mit der Topaz gekauft, die kommt aber damit gar nicht zurecht. Daher fand ich es ideal als Testgarn ;)


Leider hat es auch mit der Pfaff keinen Spass gemacht, ich hab einiges an Ausschuss produziert, trotz passender Nadel.
Auch beim Sulky Solar:

Im Endeffekt musste ich bei allen Garnen, die nicht Gütermann Standard waren, erst mal Probenähte machen, wegen der Spannung. Der Unterfaden kam immer wieder hoch. Die Unterfadenspannung zu ändern,  hätte auch nichts gebracht, bei Gütermann im Geradstich war ja alles super und dann wär sie da zu hoch gewesen.
Wegen der Probleme bei den Zierstichen habe ich den Stitchcreator bei diesem Test außen vor gelassen, ich hatte dann einfach keine Lust mehr.
Da bei jedem Stichwechsel die Spannung wieder auf den Standardwert geht, hat mich die Umstellung auf die Dauer schon genervt.

Was aber noch nerviger war, war die Abweichung beim Nähen:

Hier der Test ohne Garn auf Papier. Sorry, das ist mir zu viel. Mit IDT ist es okay, wenn auch nicht perfekt. Aber gerade bei den Zierstichen kann man den IDT meist nicht aktivieren.

Die Knopflöcher mussten natürlich auch getestet werden, aber leider konnte die Performance hier auch nicht überzeugen. Das beginnt schon damit, dass die Stichdichte nicht verändert werden kann. Das finde ich in dieser Preisklasse nicht gut.

In der Anleitung steht, dass der Faden nach Beendigung des Knopfloches abgeschnitten wird, aber bei mir hat sie das nicht gemacht. Sobald das Knopfloch fertig war, hat sie den Fuß angehoben.

Ich habe verschiedene Versionen getestet.


Die meisten werden normal, aber mir eben nicht dicht genug.



Gar nicht schön wird dieses Knopfloch:

Ich brauche Knopflöcher nicht so oft, aber das kann ich so nicht tolerieren.
Zum Ender der Testzeit habe ich noch eine Jacke aus dickerem Jersey in Doubleface genäht. Hier konnte ich einige Stiche der Pfaff gebrauchen, um eine Cover-Optik zu bekommen. Ich musste zwar wieder Spannung und Nähfußdruck verstellen (was etwas versteckt ist), aber dafür hat sie keinen einzigen Stich ausgelassen. Über Nahtkreuzungen musste ich allerdings zu viel nachhelfen.



Fazit:
Die Probleme beim Stichbild sind für mich schwerwiegend. Die Performance hat viele Zusatzfunktionen (Tapering, automatisches Vernähen programmierbar, Maxistiche, Monogramme, Balance verstellbar, Stichcreator), die bestimmt praktisch und nett sind. Aber das ist alles nichts, wenn die Nähte nicht schön werden.
Auch bei dieser Maschine (mit einem UVP von 1.999 Euro) muss ich sagen, ich verzichte lieber auf das Farbdisplay, wenn dafür das Geld mehr in der Technik für die eigentliche Naht steckt.
Da ich hin und wieder auch die Berichte der anderen Tester lese, die von der Performance eigentlich eher begeistert sind, hoffe ich mal, dass es vielleicht an der Maschine lag, dich ich bekommen hatte und das keine grundsätzlichen Probleme sind.
Wäre es meine eigene Maschine, hätte ich sie zum Durchchecken zum Nähpark geschickt um das abzuklären.
 

Kommentare:

  1. Hallo Tanja,

    danke für deinen tollen Bericht.

    Ich habe die Maschine zur Zeit hier bei mir und verzweifle bald. Ich kriege Jersey einfach nicht zufriedenstellen genäht. Wellig, Stichbild ungleichmäßig... Ich zweifle inzwischen fast daran, dass mit der Maschine alles stimmt.
    Hast du mal Jersey mit ihr genäht? Hat sie dich dabei zufrieden gestellt?

    Vielen, vielen lieben Dank schon im Voraus für deine Antwort!

    Miriam

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  2. Hallo Miriam,
    ich hoffe, meine Antwort erreicht dich auch so, du hast mir leider keine Emailadresse hinterlassen.
    Ich kann mich jetzt nicht erinnern, mit der Performance Jersey genäht zu haben. Damals hab ich das einfach nicht gebraucht.
    Aber grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, dass sie es schafft. Man muss nur ein paar Punkte beachten:
    1. Nähfussdruck. Kann bis um die Hälfte reduziert werden. Wenn das aber nicht gespeichert wird, geht die Maschine beim Wechseln des Stiches immer wieder auf ihren Standard zurück.
    2. Jerseynadel oder Super-Strech-Nadel
    3. Der richtige Stich. Je nach Beanspruchung. Soll sie nicht dehnbar sein, kann ruhig der normale Geradstich gewählt werden. Der Dreifach-Stretch dehnt zu sehr und der Z-förmige Stretchstich muss nur sein, wenn die Naht dehnbar und haltbar werden soll. Für normale Beanspruchung reicht ein schmaler Zickzack-Stich.
    4. Bei schwierigen Stoffen (Viksosejersey) kann man Avalon unterlegen.

    Du kannst mich auch gern übers Kontaktformular nochmal anschreiben, für längere Texte ist das einfacher.
    Zudem kannst du auch mal bei ChrisS http://selfmadebychriss.blogspot.de/ vorbeischauen, die hat ihre Perfomance damals gekauft und kann vielleicht noch was für dich vergleichen.

    Liebe Grüße
    Tanja

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