Supertesterbericht Janome 8900





Achtung, Werbung! Dies ist ein Produkttest für den Nähpark, der mir die Maschine dafür zur Verfügung stellt. Trotzdem spiegeln die Ergebnisse meine eigene Meinung wider.


 Mein allerletzter Bericht...schnief. War ne coole Aktion, danke an den Nähpark und das super Team! Ich freu mich schon auf unser Treffen im Oktober in Cham. Wer ein paar von uns dann auch mal treffen will (ich bin nur am Samstag da), am 11.10. ist beim Nähpark Hausmesse.

Testbericht

Ich hab lang überlegt, wie die Tests bei mir ablaufen sollen. Im Endeffekt bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich einfach so weiter mache, wie bisher. Nicht ich richte mich nach der Maschine, sondern ich teste, wie die Maschinen in mein Leben passen.
Daher muss am Anfang meines Testberichts auch immer mein Ausgangspunkt stehen. Dann kann jeder Leser für sich entscheiden, ob er mit meinem Bericht vielleicht was anfangen kann.
Ich nähe seit etwa fünf Jahren und sticke seit vier Jahren. Erst mit einer Brother Innovis 950, jetzt mit einer Husqvarna Viking Designer Topaz 30 (mit der Software Embird2015) und einer W6 Overlock. Meist mach ich Kleidung für mich, manchmal auch für meine Familie. Andere Sachen näh ich gern zwischendurch, zum Beispiel Taschen, Kissen, Geldbörsen, Kuscheltiere, Umschläge oder anderen Kleinkram.
Meine Stickdateien digitalisiere ich gern mal selbst, vor allem die ITH-Sachen. Patchwork gefällt mir, aber bis auf ein paar Testobjekte hab ich mich da noch nicht wirklich ausgetobt.
Meine genähten Sachen halte ich fast immer für tragbar, aber nie für so perfekt, wie ich es möchte. Es gibt also Steigerungspotenzial.  Ich würde mich durchaus als technisch versiert betrachten, ich bin zumindest aber nicht auf den Kopf gefallen.
Wenn ich mir eine neue Maschine kaufen würde, wäre es immer eine Näh-Stickkombination. Ich hätte eventuell auch Platz für zwei, aber ich möchte bis 20x36 cm Sticken und habe noch keine reine Stickmaschine gefunden, die das kann und so viel kostet, dass noch eine gute Nähmaschine drin ist.

Janome Horizon MC 8900 QCP

Die letzte Maschine bei den Supertestern. Wieder mal ein sehr großer Karton und eine relativ schwere Maschine.

Den großen Anschiebetisch habe ich erst mal im Karton gelassen. Ich nutze zwar an meiner eigenen Maschine gern einen Tisch, der ist aber bei weitem nicht so groß. Die Sachen, die ich so nähe, brauchen keine solche Auflage und der Tisch würde viel Platz von meiner Arbeitsfläche nehmen.
Das und die Durchsicht des beiliegenden Zubehörs verstärken für mich den Eindruck, dass ich mit der Janome nicht so richtig warm werden kann, da ich überhaupt keine Quilterin bin. Ich nähe fast nie Tischdecken, Decken oder ähnliche große Sachen.
Taschen und Geldbörsen kommen war immer wieder mal vor, aber meistens ist es doch Bekleidung für mich.
Und da hat die Janome sich gleich mal als schwierig erwiesen, da ich mit einem Spitzenslip begonnen habe, oder besser gesagt, beginnen wollte. Nach diversen Einstellungsversuchen auf Jersey, dehnbarer Spitze und Gummi habe ich erst mal abgebrochen.

Das hab ich während der ganzen Testzeit nicht gesehen. Die Janome 8900 ist die einzige Maschine im Test, bei der man den Unterfaden noch hochholen muss. Man muss zwar nicht mehr am Handrad drehen, sondern die Nadeltaste zwei Mal drücken, aber trotzdem fand ich das bei dem Preis sehr veraltet. Zumal sie nach dem Schneiden des Fadens ja auch mit dem kurzen Stück weiternäht. Von anderen Nutzern der 8900 habe ich erfahren, dass sie den Faden nicht hochholen und es trotzdem geht. Allerdings können dann Fadennester entstehen.
Der Fadenschneider ist übrigens wie auch bei der Skyline S5 schnell und leise, das gefällt mir.
Das Spulen gefällt mir nicht so, ich finde, das wird zu locker und ungleichmäßig:

Der Plan war dann, an einer Jacke weiter zu arbeiten, die ich vor der Hitzewelle begonnen hatte. Die ersten kühlen Tage haben mich wieder animiert. Hier wollte ich die Paspel an den Seitenähten absteppen, damit sie sich schön flachlegen. Leider gibt es bei der Janome 8900 nur zwei Positionen für den Nähfuss oben. Die untere ist hier zu flach, ich kann den Stoff kaum drehen. Die obere bleibt leider nicht, wenn die Nadel unten ist. Da ich auch hier den Kniehebel nicht benutzt habe (geht bei meinem Tischaufbau einfach nicht), fand ich das Nähen hier schon sehr mühsam.
Was jedoch gar nicht mühsam war, zumindest für die Janome, war die Nadel durch den Stoff zu bekommen. Selbst an Stellen, an denen die Paspel (selbst gemacht mit einer ziemlich stabilen Kordel) und mehrere Lagen Stoff übereinander lagen, hat sie nicht mal gezuckt.

Die weiteren geraden Nähte waren kein Problem, die Fadenspannung war auf automatisch gestellt und bis jetzt immer richtig. Das Nähgeräusch ist gut, aber auch bei dieser Maschine höre ich gelegentlich ein Pfeifgeräusch, wenn sie nicht näht. Trotz meiner Mittelohrentzündung und das nervt mich.
Im Gegensatz zu vielen anderen Testmaschinen ist die Janome 8900 schnell betriebsbereit. Einschalten, los gehts. Bei Auslieferung ist die Maschine so eingestellt, dass sie bei Druck aufs Pedal immer erst langsam anfährt, was ich gar nicht mochte. Aber im Menü kann das geändert werden, dann fährt sie schnell an.
Die Position Extrahub am Nähfuss geht mit zu schwer, ich bin ein paar Mal mit der Hand abgerutscht.
Ich habe es auch immer wieder mit Jersey versucht, hier wollte ich einen Saum nähen.
Ich habe wirklich wieder verschiedenes probiert, aber so richtig gut hat es nie geklappt, obwohl das ja nicht meine ersten Versuche an Jersey waren (aber irgendwie hat es mich daran erinnert).
Ich habe für die Säume dann auch die mitgelieferte Zwillingsnadel getestet, damit wurde die Naht gut. Leider ist sie ziemlich schmal und mit meiner eigenen (4mm) habe ich dann wieder mal einige Biesen produziert, selbst mit Avalon.
Zwischenzeitlich bin ich dazu übergegangen, fast immer einen Obertransportfuss zu nutzen, damit werden die Nahtübergänge schöner.
Webware wird aber mit allen Füssen gut.
Auch die automatische Fadenspannung ist im Normalfall immer richtig.
Begeistert hat mich der schmale Obertransportfuss. Es werden zwei mitgeliefert (schmal ist Bonuskit), die beide sehr leicht zu montieren sind. Der normale OTF ist noch breiter als die, die ich bis jetzt kannte und sicher gut für große Projekte, aber ich habe mich gleich für den schmalen entschieden. So werden auch zwei Lagen Plüsch mit zwei Lagen Volumenvlies optimal transportiert.
Es kann allerdings ziemlich schwierig werden, das Nähgut unter dem Fuss zu platzieren:
Beim schmalen OTF sind nur noch 5 mm Platz. Beim breiten OTF sind es 8, mit dem normalen Nähfuss 11 mm.
Der Elefant (aus dem Buch „Kuschelfreunde“ von Kullaloo) wurde trotzdem fertig.
Ich finde allerdings die Satinstiche zu wellig und werde ihn nochmal mit meiner eigenen Maschine nähen.
Zierstiche wollte ich dann auch noch testen. Die ersten Probenähte auf Stofffetzen haben gut geklappt, die erste lange Naht auf dem eigentlichen Teil wurde dann genau in der Mitte Murks.
Ebenso die zweite daneben. Parallel nähen war einfach, aber solche Aussetzer irritieren mich dann doch.

Nach einigem Suchen und Fragen habe ich dann die Möglichkeit gefunden, Stiche zu speichern.
Hier kann man die Breite und Länge dauerhaft speichern.
Aber eben leider dauerhaft. Dabei wird der eigentliche Stich verändert, war dann zwar im Display markiert ist, aber mir wäre es lieber, es würde als neuer Stich abgespeichert.

Ich habe dann versucht, mit dem Stich fürs Knöpfe annähen Preisschilder auf Kleidung zu nähen. Das ging eine Zeit lang gut, aber anscheinend hatte die Maschine Probleme damit, dass ich die Fadenschere benutzt habe.
Jedenfalls hat sie plötzlich von alleine genäht und nicht mehr angehalten. Geholfen hat dann nur noch Ausschalten. Irgendwann hat sie dann auch nicht mehr geschnitten, sondern nur noch gebrummt. Ich vermute irgendein technisches Problem, das ich dem Nähpark natürlich mitteilen werde, damit es beim Service wieder behoben wird.
Nach einer kleinen Reinigung untenrum hab ich erst mal was anderes genäht. Kunstleder war auch in mehreren Lagen mit OTF kein Problem für die Janome, nur beim Absteppen waren die Stiche nicht immer gleich lang, weil mein Kunstleder doch recht klebrig an der Oberfläche ist.

Fazit:
Die Janome 8900 ist mit Sicherheit eine gute Nähmaschine. Allerdings eher für Patchworker, Quilter oder Dekonäher. Die Durchstichskraft ist sehr gut, die automatische Fadenspannung zuverlässig. Mit den verschiedenen Möglichkeiten beim Obertransport sind dicke und große Projekte kein Problem. Da ich zu 90% Kleidung nähe, ist sie für mich aber einfach nicht geeignet.
Mir liegt die Menüführung nicht, ebensowenig die Nähfussauswahl. Der große Quilttisch ist für mich nicht  nur überflüssig, sondern auch unbequem und an den Übergängen nicht dicht genug.

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