1. Coveralong - Die Taschen

Die Anleitung für die Skarpa ist wirklich sehr ausführlich und reich bebildert. Ihr könnt euch also für eine Taschenversion entscheiden.
Ich hoffe aber, da erkennt man dann auch, dass es beim Nähen nicht nur einen richtigen Weg gibt. Sicher, für ein paar Sachen gibts schon Regeln, wie zB für die richtige Seite für die Knopflöcher oder den Reißverschluss. Wobei das auch jeder nähen kann, wie er will. Wenn einen jemand dann schief anschaut, weiß man zumindest gleich, dass derjenige wohl Ahnung von der Schneiderei hat.

Was man aber unbedingt beachten muss, ich die Einhaltung der Nahtzugabe. Mit oder ohne?
Ich schneide immer erst mal MIT zu. Wegschneiden geht noch. So kann ich die Technik noch ändern, wenn mir überm Nähen was anderes doch besser gefällt.
Hilfreich ist hier auf jeden Fall der Nähplan:
Ihr könnt ihn HIER runterladen.
Diesen Plan bewahre ich auch nach dem Nähen auf, lege ein Foto dazu und ab in den Ordner. Aber auch während des Nähens ist er hilfreich. Eigentlich schneide ich immer mit NZG 1 cm zu, aber es ist mir auch schon passiert, dass mein Rollschneider auf 0,7 eingestellt war und sowas muss ich mir dann aufschreiben. Sonst nähe ich am nächsten Tag munter mit 1 cm weiter.
Auch Schnitt mit enthaltener NZG gehen so nicht mehr unter.

Bei Tascheneingriffen ist es nicht so schlimm, wenn doch mal eine dran ist, wo man sie nicht braucht. Aber wenn ihr ständig was weglasst oder 1 cm zu viel habt, kann sich das an einem Kleidungsstück schon summieren. Gewöhnt euch einfach an, immer korrekt zu arbeiten, ob man es nun braucht, oder nicht.

Ich habe mich für die erste Skarpa für die runden Taschen mit innenliegendem Beutel in groß entschieden. Ob ich sie annähe, weiß ich noch nicht.
Der Eingriff wird mit Folienjersey eingefasst. Da der nicht durch den Bandeinfasser wollte (zu dünn), als Streifenversäuberung, aber hinten nicht eingeschlagen.
Für diese Art muss die NZG weg.

 An den Vorderteilen und an den vorderen Taschenbeuteln wegschneiden. Hier ist der Rollschneider mit Abstandshalter ideal.

Dann die vorderen Taschenbeutel links auf links hinter die Vorderteile legen.
Ihr schneidet euch einen Streifen Einfassband zu. Ich mach das in 3 cm breite, da ich nur eine schmale Einfassung möchte.
In der Rundung gut dehnen, auf den geraden Strecken nur leicht dehnen.
Das nähe ich mit der Overlock an, ohne Abschnitt.
Danach sieht das so aus. Normalerweise sollte man jetzt bügeln, aber das verträgt der Folienjersey nicht.
Also gut mit den Fingern streichen und den Streifen nach hinten umklappen. Wer eine breite Einfassung möchte, sollte den Streifen mit der Nähmaschine annähen, dann kann man weiter innen nähen.
Meine Einstellungen: Nadeln 4-4, Hebel auf Soft, Greifer 1, Diff 1,25, Stichlänge 3.
Es sind die zwei linken Nadeln. Eine näht im Einfassstreifen, eine auf dem Hauptstoff. Dabei konzentriere ich mich auf die mittlere Markierung am Fuss. Wenn ich auf die Nadeln schaue, fang ich an zu schielen...
Fertig sieht das so aus. Ich lass den Überstand hier dran, man kann ihn aber auch mit der Applischere zurückschneiden.
Nun das Vorderteil auf den hinteren Taschenbeutel legen.
Und umdrehen.
Erst oben und an der Seite die Kanten zusammenklammern, dann den Taschenbeutel. Mit der Ovi den Beutel unten an der Rundung zusammennähen, hier wieder MIT NZG arbeiten.
Eigentlich wollte ich den Taschenbeutel ja nicht annähen, aber das ist ja ein COVERalong. Also wird gecovert. Natürlich mit Gold. Das Metallicgarn stelle ich dazu auf einen extra Konenhalter.
Und bei der Fadenspannung muss ich auch tricksen. Mit der Nadel wird die dünne Metallplatte nach unten gehalten, sonst bleibt es da immer hängen. Betrifft nur die 2000er.
Einfach auf der Rückseite über die Ovikante covern. Taschen fertig.

Bei Fragen zur Taschenverarbeitung einfach einen Kommentar schreiben, ich ergänze dann diesen Beitrag.

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