Testbericht Madeira Decora12 Teil 2 - Abschluss

Das Material, über das ich berichte, habe ich für den Testzeitraum vom Nähpark zur Verfügung gestellt bekommen. Trotzdem lest ihr hier nur meine eigene persönliche Meinung.

Seit relativ kurzer Zeit bin ich auch auf Instagram unterwegs. Nach ein paar Startschwierigkeiten war ich von der Ideenflut fast überfordert…. Eine davon blieb allerdings hängen, und zwar hab ich bei Petra das neue Madeira Decora 12 bewundern können.
Die Auswahl an verschiedenen Garnen ist ja ohnehin schon sehr groß. Allerdings hatte ich da auch schon so meine schlechten Erfahrungen gemacht. Daher gibt es in meinem Sortiment neben normalem Näh- und Stickgarn eigentlich nur eine Sorte Metallicgarn und Sulky Glowy und Solar.
Die nehme ich meistens eh nur zum Sticken. Hin und wieder versuche ich es auch mal beim Nähen als Zierstich, aber das ist irgendwie nicht mein Style.
Jetzt, da ich stolzer Besitzer einer Cover bin, haben sich die Möglichkeiten vervielfältigt. Nach den ersten Versuchen von Metallicgarn im Greifer bin ich auf den Geschmack gekommen.
Bauschgarn ist zwar schön, aber ich mag die Haptik nicht so. Also hab ich angefangen, die Garnrollen aufzubrauchen, die ich mal für die Stickmaschine gekauft hatte. Und siehe da, gerade die Multicolorgarne ergaben eine tolle Optik, wirkten aber trotzdem etwas dünn.

Das Decora12 gefiel mir auf Anhieb und als ich die Möglichkeit bekam, dieses Garn für den Nähpark zu testen, sagte ich natürlich nicht Nein.
So bekam ich eine Smart Box Madeira Decora Nr.12 zugeschickt.
Allerdings muss ich sagen, ich hätte mir nicht die Box gekauft. Man bekommt zwar 18 Spulen zum Preis von 14 (und auch noch eine Packung der passenden Nadeln), aber für mein Bedarf wäre die Farbauswahl ganz anders ausgefallen. Für mich selbst hätte ich die Spulen einzeln bestellt, da gibt es dann ja auch Mengenrabatt.

Im Test ging es ja aber nicht darum, wie mir die Farben gefallen.
Begonnen habe ich mit einer Stickerei. Die sollte ohnehin ihren ersten Probelauf machen, warum nicht gleich mit den neuen Garn?
Da war ich dann gleich mal positiv überrascht. Obwohl die Stichdichte für mein normales Stickgarn digitalisiert war, gab es keinerlei Probleme, selbst auf Kunstleder nicht. Die Erhabenheit macht einen tollen Eindruck. Ich habe die beiliegenden Nadeln benutzt.
Dann wurde gleich mal gecovert. Hier mit drei Nadeln. Da das Decora ein Viskosegarn ist und folglich sehr rutschig, habe ich beim Covern ein Garnnetz benutzt. Im Gegensatz zu meinen normalen Einstellungen habe ich die Greiferspannung reduziert und die Fadenspannung an den Nadeln erhöht, teilweise sogar auf 9.
Bei diesem Projekt hab ich mich dann für das uni gelb entschieden.
Mal mit drei Nadeln, mal nur mit einer. Eigentlich wollte ich auch die Knopflöcher mit dem Decora Nr. 12 machen, aber das hat einfach nicht geklappt. Es lag aber in diesem Fall am Stoff, das ist Scuba und scheint sich wohl mit Viskose nicht so zu vertragen. Covern war kein Problem, da muss das Garn ja nicht durch den Stoff. Die Knopflöcher hab ich daher mit passendem Stickgarn gemacht.
Was mir grad bei dieser Jacke aufgefallen ist:
Decora 12 quillt beim Waschen noch auf.
Das ist auf dem Foto nicht so gut zu erkennen. Man sollte einfach zu Anfang mal eine Testnaht waschen, damit man die Veränderung mit einplanen kann. Wer es dann nicht so dicht möchte, muss die Stichlänge gleich etwas länger machen. Ich finde allerdings, so fällt die schöne Naht gleich noch mehr auf.
Hier hab ich leider kein Vorher-Bild, aber bei der Zwei-Nadel-Methode fällt das Aufquellen noch mehr auf.
Danach musste ich erst mal festeren Stoff testen. Hier war es auch kein Problem, Decora in die Nadeln einzufädeln (Schmetzt Elx 705 90er).
Die geplante Jeans wird jetzt wohl ein paar schöne Ziernähte bekommen.
Im Greifer gefiel mir es auch, für eine Hose wäre das aber unpassend gewesen. Daher habe ich diese Art für meine Chobe (Schnittmuster von Elle Puls) verwendet:
Alle sichtbaren Nähte sind mit Decora genäht.
Mal mit der Cover, mal mit der Nähmaschine.
Auch die Innentaschen. Hier habe ich eine Ledernadel verwendet und mit der Bernina 215 genäht.
Oder auch mal von Hand:

An der Janome Cover habe ich dann mal was getestet. Hier wurde der Single Fold Bandeinfasser benutzt, aber der Stoff mit der rechten Seite nach unten genäht. So liegt die linke Naht aussen. Das relativ starke Decora 12 verdeckt die offene Stoffkante perfekt.
Auch hier wurde wieder von links eingefasst, diesmal mit Multicolor und wieder auf Scuba.
Das dicke Viskosegarn habe ich dann auch mal in der Ovi verwendet:
Macht sich auch gut als Rollsaum. Vielleicht noch ein bisschen besser mit passendem Garn im Untergreifer, aber rosa ist nun mal nicht so meine Stärke.
Kurz vor Ende der Testzeit kam bei mir noch die neue Husqvarna Viking Designer Epic an und auch sie durfte mal mit Decora12 nähen.
Ich musste die Active Stitch Technologie ausschalten und die Fadenspannung reduzieren. So ließ das Garn sich gut vernähen, allerdings nicht bei den Omnimotionstichen mit Nähfuss S.
Das Nähen meiner ersten Jeans hat trotzdem richtig Spass gemacht, hier ein paar Bilder:

Fazit:
Decora 12 ist ein Garn, das man haben sollte. Es ist vielseitig verwendbar und eigentlich ziemlich leicht zu verarbeiten.

Der Koffer muss in meinem Fall nicht unbedingt sein, wegen der Farbauswahl. Aber wer die Rollen einzeln bestellt, unbedingt auch die passenden Nadeln mitbestellen, damit erzielt man die besten Ergebnisse.

1 Kommentar:

  1. Schöner Bericht! :)
    Die Jeans ist ja wohl mal richtig cool geworden! Sieht aus wie gekauft. Klasse!

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